Gute Medizin und gute Ernährung gehören zusammen. In unserer Küche legen wir großen Wert auf Saisonalität und den Bezug von Lebensmitteln aus der direkten Nachbarschaft der Mainschleife. Durch kurze Lieferwege unterstützen wir die lokale Landwirtschaft und garantieren höchste Frische für unsere Patienten. Erfahren Sie, wie wir Nachhaltigkeit durch bewussten Einkauf und regionale Partnerschaften schmackhaft machen.
Eine gesunde Ernährung ist die Basis für eine schnelle Genesung. Im Fachklinikum Mainschleife verfolgen wir deshalb das Ziel, unsere Patienten nicht nur medizinisch erstklassig zu versorgen, sondern sie auch kulinarisch mit regionalen Köstlichkeiten zu stärken. Nachhaltigkeit bedeutet für uns in diesem Kontext vor allem: Kurze Wege. Wir arbeiten eng mit Landwirten, Bäckern und Metzgern aus der unmittelbaren Umgebung von Volkach zusammen. Das garantiert uns nicht nur maximale Frische, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaftskraft unserer Heimatregion.
Durch den Bezug saisonaler Lebensmittel reduzieren wir energieintensive Transporte und den CO2-Ausstoß, der bei langen Lieferketten zwangsläufig entsteht. Unsere Speisepläne orientieren sich an dem, was die fränkische Natur gerade bietet. Das sorgt für Abwechslung und eine hohe Nährstoffdichte der Gerichte. Wir verzichten weitgehend auf industriell verarbeitete Fertigprodukte und setzen stattdessen auf echtes Handwerk in der Küche. Unsere Patienten schmecken den Unterschied – und das positive Feedback gibt uns recht, dass dieser Weg der richtige ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer nachhaltigen Verpflegung ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Durch eine präzise Bedarfsplanung und Portionsgestaltung versuchen wir, Verschwendung so gering wie möglich zu halten. Sollten dennoch Reste anfallen, achten wir auf eine fachgerechte ökologische Entsorgung. Regionalität auf dem Teller ist für das Fachklinikum Mainschleife kein Trend, sondern gelebte Philosophie. Wir möchten, dass unsere Patienten durch unsere Kost die Vitalität der Mainschleife spüren und gestärkt in ihren Alltag zurückkehren.
Im Gespräch mit Martin Neubert, Küchenleitung im Fachklinikum Mainschleife
Frage: Herr Neubert, Nachhaltigkeit ist ein großes Wort. Was bedeutet es für Sie in der täglichen Arbeit in der Klinikküche und warum ist Ihnen das Thema wichtig?
Martin Neubert: Nachhaltigkeit ist für mich kein Ziel, das man von heute auf morgen erreicht, sondern eine bewusste Entscheidung für die Zukunft. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen – für die Umwelt, aber auch für die Qualität unserer Speisen. Wir versorgen im Fachklinikum Mainschleife Menschen auf ihrem Weg zur Genesung. Da ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, woher unsere Lebensmittel kommen und wie wir mit Ressourcen umgehen.
Frage: Das Thema „Regionalität“ wird oft als Ideallösung genannt. Wie setzen Sie das in der Praxis um und wo liegen die wirtschaftlichen Realitäten?
Martin Neubert: Man muss hier ganz ehrlich sein: Wir können nicht alles regional beziehen, auch wenn wir das gerne würden. Als Klinikküche müssen wir sehr genau kalkulieren, um wirtschaftlich zu bleiben. Viele regionale Produkte haben Preise, die wir im Rahmen unserer Budgets schlichtweg nicht bezahlen können. Daher setzen wir Prioritäten. Unseren Backbedarf decken wir regional beim Bäcker vor Ort, und auch bei Obst, Gemüse und Getränken greifen wir – wann immer es machbar ist – auf regionale Anbieter zurück. Es ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch nach Nähe und der ökonomischen Machbarkeit.
Frage: Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Vermeidung von Verschwendung. Wie funktioniert Ihr Abfallmanagement?
Martin Neubert: Das ist ein Punkt, an dem wir sehr direkt ansetzen können. Unser Ziel ist es, so zielgenau wie möglich einzukaufen, um Abfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine präzise Bedarfsplanung sorgt dafür, dass wir nur das verarbeiten, was auch tatsächlich verbraucht wird. Weniger Abfall bedeutet nicht nur mehr Respekt vor dem Lebensmittel, sondern schont auch das Budget.
Frage: Auch die Saison spielt eine Rolle bei der Gestaltung des Speiseplans. Wie gehen Sie hier vor?
Martin Neubert: Wir versuchen, den Speiseplan nach Möglichkeit an die jeweilige Saison anzupassen. Das hilft uns dabei, teure und ökologisch fragwürdige Importe zu reduzieren. Wenn wir Produkte dann verarbeiten, wenn sie Saison haben, schmeckt man das auch in der Qualität.
Frage: Ab Juni gibt es eine Neuerung: einen regelmäßigen vegetarischen Tag. Was hat es damit auf sich?
Martin Neubert: Genau, wir führen ab Juni testweise einmal im Monat einen „vegetarischen Mittwoch“ ein. Nachhaltigkeit beginnt beim eigenen Einkaufs- und Konsumverhalten, und wir wissen, dass der CO2-Fußabdruck von vegetarischen Gerichten deutlich geringer ist. Wir wollen diesen Testlauf nutzen, um zu sehen, wie es bei unseren Patienten und Mitarbeitern ankommt. Es ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, ohne den Genuss aus den Augen zu verlieren.
Abschlussfrage: Was ist Ihr Fazit zum Thema Nachhaltigkeit in der Klinik?
Martin Neubert: Wir müssen nicht perfekt sein, aber wir müssen anfangen. Nachhaltigkeit besteht aus vielen kleinen Schritten. Wenn wir regionalen Handwerksbetrieben wie unserem Bäcker treu bleiben, Abfälle minimieren und neue Wege wie den Veggie-Mittwoch ausprobieren, sind wir auf einem guten Weg. Es geht darum, das Machbare mit Verstand und Herz umzusetzen.