Chirurgie an Fuß und Sprunggelenk

Die Fuß- und Sprunggelenkchirurgie bildet unseren größten Schwerpunkt. Unsere Füße sind lebenslang großen Belastungen ausgesetzt, Erkrankungen und Fehlstellungen der Füße verursachen Schmerzen beim Gehen oder sogar in Ruhe. Sie führen damit zu einer erheblichen Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität. Es ist wichtig, Störungen der Fußmechanik und Veränderungen von Knochen und Weichteilen frühzeitig zu erkennen. Nur so kann die entsprechende Behandlung zeitgerecht eingeleitet werden. Diese kann zum einen konservative Maßnahmen (Einlagen, orthopädische Schuhe), aber auch operative funktionsverbessernde Eingriffe umfassen. Unsere Fußchirurg*innen passen die Therapie individuell auf die Bedürfnisse unserer Patient*innen an.

Ihre Experten vor Ort

Ärztlicher Direktor, Chefarzt
Dr. med. Volker Ettl
Oberarzt
Dr. med. Stephan Forster
Oberärztin
Dr. med. Christina Vierheilig

Typische Erkrankungen und Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk

Das Spektrum fußchirurgischer Erkrankungen reicht von „einfachen“ Problemen wie Überlastungsbeschwerden oder Schwielen/ Blasen bis hin zur Ballenzehe, dem Gelenkverschleiß des Großzehengrundgelenkes, komplexen Veränderungen der Fußstatik, posttraumatischen oder angeborenen Fehlbildungen. Die häufigste Fußfehlstellung bei Neugeborenen ist der Klumpfuß. Dessen Behandlung macht konservative und teilweise operative Therapien erforderlich. In zunehmendem Lebensalter können sich vorhandene Beschwerden verschlimmern, etwa durch fortgeschrittenen Gelenkverschleiß oder internistische Erkrankungen. Dies kann zu komplexen Fehlstellungen oder auch Erkrankungen wie dem diabetischen Fußsyndrom führen.

Sportverletzungen, Bandverletzungen Fachklinikum Mainschleife

Sportverletzungen (z.B. Bandverletzungen, Knorpelrekonstruktion)

Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates am Außenknöchel sind die häufigsten Verletzungen im Bereich des Fußes und Sprunggelenks. Besonders im Sport, aber auch im Beruf oder Alltag, „knicken“ in Deutschland täglich mehrere tausend Menschen um. Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme des Sprunggelenkes wird der Knochen beurteilt und über die Behandlung entschieden.

Therapie

Ist eine knöcherne Verletzung ausgeschlossen, wird eine Ruhigstellung empfohlen. Sollten im weiteren Verlauf noch Beschwerden auftreten, muss das Sprunggelenk erneut untersucht werden. Möglicherweise sind die Außenbänder schlecht vernarbt, was zu einer Instabilität des Gelenks führt. Außerdem können beim Unfall weitere Strukturen geschädigt worden sein. Dazu zählen das Knöchelgabel-Band, der Knorpel an Sprung- und Schienbein oder auch das Innenband. Wir empfehlen die Durchführung einer Kernspintomographie (MRT) oder weiterer Spezialuntersuchungen. Ziel ist, die Verletzungen genau zu identifizieren, um sie anschließend behandeln zu können.

Hohlfuß

Der Hohlfuß oder auch Ballenhohlfuß ist ein häufiges, wenn auch oft wenig beachtetes Problem in der Fußorthopädie. Er ist gekennzeichnet durch einen hohen Spann mit einem ausgeprägten Längsgewölbe. Die Ferse ist nach innen verkippt. Es kann hier zu Druckstellen im Bereich des Fußballens und der Zehen kommen und die Gehfähigkeit kann eingeschränkt sein. Die Patienten berichten häufig über Umknick-Ereignisse. Der Hohlfuß kann zum einen familiär, das heißt angeboren sein, sowie auch im Rahmen von neurologischen Erkrankungen auftreten. Die Therapie besteht zunächst in einer speziellen Einlagenversorgung oder einer orthopädischen Schuhversorgung. Bei ausgeprägten Fällen kann eine Operation notwendig werden.

Plattfuß

Der Plattfuß ist eine häufige Fußfehlstellung bei Kindern und Erwachsenen. Man kann dabei zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Fußfehlstellung unterscheiden. Der angeborene Plattfuß ist sehr selten, der erworbene Plattfuß dafür umso häufiger. Gekennzeichnet ist der Plattfuß durch eine Abflachung des Längsgewölbes des Fußes, gegebenenfalls mit Druckstellen am Fußinnenrand. Die Ferse ist nach außen verkippt. Hauptmerkmal des Plattfußes ist eine verminderte Funktion des Anti-Plattfußmuskels (Musculus tibialis posterior). Die Behandlung besteht bei leichten Formen in einer Einlagenversorgung, bei schweren Formen kann eine Operation notwendig werden.

Plattfuß Fachklinikum Mainschleife

Ballenzehe

Die Ballenzehe ist die häufigste Fehlstellung der Großzehe. Die Beschwerden können im Laufe der Zeit zunehmen. Es entwickeln sich Druckschmerzen oder auch ein Gelenkverschleiß.

Therapie

Am Anfang der Behandlung steht immer die konservative, das heißt die nicht-operative Therapie. Sollte diese nicht die gewünschte Beschwerdebesserung bringen, kann eine Operation notwendig werden. Durch eine gelenkerhaltende Operation kann dem Entstehen und dem Fortschreiten der Beschwerden vorgebeugt werden - mit einem guten funktionellen Ergebnis: Der kraftvollen Beweglichkeit der großen Zehe.

Hammerzehen Fachklinikum Mainschleife

Hammerzehen / Krallenzehen

Die Hammerzehe bzw. Krallenzehe ist eine Beugefehlstellung der Zehenmittel- oder Endgelenke. Über dem gekrümmten Zehengelenk bilden sich häufig schmerzhafte Hornhautschwielen, die sich auch entzünden können.

Therapie

Bei der Operation wird das in Beugung versteifte Gelenk entfernt, der Zeh wird über einen Draht gestreckt und geschient. Der Draht verbleibt vier bis sechs Wochen im Zeh und kann ohne Betäubung wieder entfernt werden.

Nervenkompressionssyndrom

Bei Nervenkompressionssyndromen kann es durch die Einengung eines Nerven zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Funktionsausfällen kommen. Die Ursache kann in anatomischen Fehlformen, knöchernen Vorsprüngen, Muskeln oder straffen Bändern liegen. Zwei Arten des Nervenkompressionssyndroms sind Tarsaltunnelsyndrom und Morton Neurom.

Tarsaltunnelsyndrom

Beim Tarsaltunnelsyndrom kommt es zu brennenden oder kribbelnden Schmerzen im Bereich des Fußgelenkes, des Fußes oder der Zehen. Ursache ist ein Nervenengpasssyndrom des Schienbeinnerven (Nervus tibialis). Die Ursache kann in raumfordernden Prozessen wie z.B. einer flüssigkeitsgefüllten Zyste oder krampfaderartig veränderten Venen im Bereich einer Engstelle des Nervenkanals liegen. Bei Vorliegen solcher Prozesse ist eine operative Erweiterung des Kanales angezeigt.

Morton Neurom

Beim Morton Neurom kommt es zu brennenden Schmerzen im Bereich des vorderen Mittelfußes, am häufigsten zwischen 3. und 4. Zehe. Gelegentlich wird auch ein Taubheitsgefühl im Bereich angrenzender Zehen beschrieben. Das Morton Neurom tritt häufig zusammen mit einem Spreizfuß auf.  Zunächst wird eine nicht-operative (konservative) Therapie durchgeführt. Dabei wird der Spreizfuß durch Einlagen behandelt. Gegebenenfalls werden zur Unterstützung gezielte Injektionen an den schmerzenden Nerv verabreicht. Sollten sich die Beschwerden durch diese Maßnahmen nicht bessern, kann eine operative Therapie notwendig werden.

Knöcherne Veränderungen (Haglunderkrankung)

Verschiedene knöcherne Formstörungen im Bereich des Fußes können zu Druckbeschwerden im Schuh oder Beschwerden im Bereich der angrenzenden Sehnen am Fuß führen. Das häufigste Beispiel hierfür ist die Haglund Ferse. Hierbei handelt es sich um eine Formstörung des Fersenbeins. Dies führt zu Beschwerden im Bereich des Achillessehnenansatzes gegebenenfalls mit Auffaserung der Achillessehne und entzündetem Schleimbeutel. Beschwerden mit Knochenvorsprüngen am Fuß können jedoch auch am Fußinnenrand im Bereich eines Fußwurzelknochens (Kahnbein) auftreten. Dieser kann eine sehr ausladende Form haben und somit Druckstellen am inneren Fußrand verursachen. Die störenden Knochenteile können operativ entfernt werden.

Haglunderkrankung Fachklinikum Mainschleife

Sehnenchirurgie

Im Bereich des Fußes können die Sehnen auf verschiedene Arten beeinträchtigt sein. Es kann zu einer entzündlichen Veränderung kommen, die Sehne kann im Rahmen eines Unfalls einreißen oder es können im Rahmen einer Überlastung Beschwerden auftreten. In der Folge soll kurz auf zwei häufige Krankheitsbilder und ihre Therapien eingegangen werden: Herausspringen der Peronealsehnen und Achillessehnenriss.

Herausspringen der Peronealsehnen

Bei dem Peronealsehnen handelt es sich um zwei Sehnen, welche hinter dem Außenknöchel in einer Rinne verlaufen. Hierbei werden sie durch kräftige Bänder an Ort und Stelle gehalten. Durch anatomische Varianten, wie einer zu flachen Rinne oder durch Unfälle kann es zu einer Instabilität dieser Sehnen kommen. Dabei gleiten die Sehnen nicht mehr in ihrer Rinne. Es kommt zu einem vorzeitigen Verschleiß der Sehnen mit Schmerzen am Außenknöchel. Beim Auftreten dieser Schmerzen kann eine operative Therapie dieser Instabilität notwendig werden. Hierbei werden die Sehnen wieder in der Gleitrinne zentriert.

Achillessehnenriss

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie überträgt ein Mehrfaches des Körpergewichts vom Unterschenkel über das Sprunggelenk auf die Ferse. Diese großen Belastungen führen oft zu kleinen, unbemerkten Verletzungen in der Sehne. Daraus kann sich eine komplexe Schädigung entwickeln. Bei einer plötzlichen Anspannung (Sprinten, Springen) kann die Achillessehne reißen. Die sogenannte Achillessehnenruptur tritt speziell beim untrainierten Freizeitsportler auf. Sie wird in der Regel mit einer Operation behandelt. Bei dieser Operation werden die Sehnenstümpfe wieder miteinander vernäht und/oder mit einem Fibrinkleber verklebt. Neben der Achillessehne verläuft eine dünne Sehne. Die Achillessehne kann mit dieser Sehne durchflochten oder überdeckt werden, um die Nahtstelle zu verstärken. Der Verlust dieser dünnen Sehne beeinflusst die Funktionsfähigkeit des Fußes nicht. Bei älteren Achillessehnenverletzungen ist unter Umständen eine Sehnenverlagerung oder -verpflanzung notwendig. Bei einem knöchernen Ausriss der Achillessehne aus dem Fersenbein wird das abgerissene Knochenstück wieder mit dem Fersenbein verschraubt.

Rheumatoide Arthritis Fachklinikum Mainschleife

Rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung, welche den gesamten Körper betrifft. So können auch alle Regionen des Fußes betroffen sein, nämlich z.B. das obere Sprunggelenk, der Rückfuß, der Mittelfuß sowie der Vorfuß.

Therapie

Die notwendige konservative oder operative Therapie hängt von der am meisten betroffenen Region ab. Konservativ sind in der Regel schuhtechnische Maßnahmen erforderlich. Operativ handelt es sich um Eingriffe an Sehnen und Knochen, versteifende Eingriffe an zerstörten Gelenken bis hin zum Einsatz von künstlichen Sprunggelenken.

Fehlverheilte Knochenbrüche und Achsenkorrekturen

Von einem fehlverheilten Knochenbruch spricht man, wenn ein Knochen im Anschluss an eine Verletzung nicht korrekt zusammengewachsen ist. Dies kann zu dauerhaften Beschwerden und Funktionseinschränkungen führen. Eine genaue Analyse der Fehlstellung mithilfe von bildgebenden Verfahren (Röntgen, Kernspintomografie, Computertomografie) ist wichtig, um die für den individuellen Fall richtige Therapieentscheidung zu treffen. Das gleiche Vorgehen gilt auch für eventuelle Achsenfehler, welche anlagebedingt oder auch nach einer Verletzung auftreten können. Im Rahmen einer Operation werden die knöchernen Fehlstellungen durchtrennt und in der richtigen Stellung wieder durch Schrauben und/ oder Platten verbunden.