Die Hand

Das Behandlungsspektrum umfasst häufige Erkrankungen wie beispielsweise den Schnappfinger oder das Karpaltunnelsyndrom. Weiterhin werden aber auch komplexe Behandlungsmuster am Handgelenk nach Knochenbrüchen durch Teilversteifungen einzelner Gelenke behandelt. Sehr häufig stellen sich Patienten mit Arthrosen am Handgelenk und an den Finger- oder Daumengelenken vor. Hier spielt insbesondere der operative Gelenkersatz zunehmend eine wichtige Rolle. Die Behandlung Ihrer Hand erfolgt stets in Absprache mit einem weiterbehandelnden Physio- oder Ergotherapeuten. Entsprechend qualifizierte Behandler sind auch in unserer Einrichtung arbeitstätig.

Ihr Experte vor Ort

Chefarzt
Dr. med. Dirk Ziegler

Erkrankungen und Verletzungen der Hand

Die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Hand erfordern ein umfassendes Verständnis der Funktion sowohl der Hand und des Unterarms als auch des übergeordneten Ellenbogen- und Schultergelenkes. Zudem sind eine Spezialisierung und entsprechende Zusatzqualifikationen der Fachärztinnen und Fachärzte auf Eingriffe an der Hand nach unserem Qualitätsanspruch unentbehrlich. 

Knochenbruchversorgung Fachklinikum Mainschleife

Knochenbruchversorgung an der Hand

Häufig kann im Rahmen eines ambulanten Eingriffes gegebenenfalls in lokaler Betäubung ein Bruch an der Hand oder an den Fingern mittels Drähten fixiert und gehalten werden. Die weitere Behandlung erfolgt in der Regel mit einer Kunststoffschiene über einen Zeitraum von einigen Wochen je nach Frakturtyp.

Kahnbeinbruch und Kahnbeinpseudarthose (Falschgelenk)

Das Kahnbein ist ein bohnenförmiger Handwurzelknochen unterhalb des Daumens, welcher wesentlich zur Stabilität der Handwurzel beispielsweise bei Wurfbewegungen beiträgt. Er ist durch seine Bandverbindung (SL-Band) fest mit dem Mondbein verbunden. Brüche des Kahnbeins entstehen durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand mit zusätzlicher Drehbewegung. Es handelt sich somit häufig um Sportunfälle, wobei die jungen Patienten den Schmerz im Handgelenk mitunter nur als Prellung wahrnehmen. Es sollte jedoch in allen Fällen eine handchirurgische klinische Untersuchung sowie bei Verdacht auch eine Röntgen- oder Schnittbildgebung durchgeführt werden.

Therapie

Je nach Ebene des Bruches kann eine mehrwöchige Gipsruhigstellung durch das Einbringen einer speziellen Doppelgewindeschraube im Rahmen eines ambulanten Eingriffes eine höhere Sicherheit der Knochenheilung gewährleisten. Nicht verheilte Kahnbeinbrüche können aber nach Monaten oder auch nach Jahren zu erheblichen Problemen im Falle einer Kahnbeinpseudarthrose führen. In diesem Falle kann bei noch nicht sichtbarer Arthrose im übrigen Handwurzelbereich ein rekonstruktiver, das heißt ein wiederherstellender Eingriff mit Einbringen von Knochen in die Pseudarthrose und zusätzlichem Einbringen von Schrauben zu einer Heilung führen.

Distale Radiusfraktur (handgelenksnaher Speichenbruch) 

Ein Bruch des Speichenknochens am Handgelenk wird im Volksmund „Handgelenksbruch“ genannt. Ursache ist ein Sturz nach vorwärts oder rückwärts auf die Hand. Mit 25 % sind dies die häufigsten Brüche des Erwachsenen. Betroffen sind vor allem Frauen bei abnehmender Knochendichte (Osteoporose). Kinder oder Jugendliche sind aufgrund ihrer hohen sportlichen und körperlichen Aktivität allerdings gleichsam betroffen. In Deutschland ereignen sich jedes Jahr etwa 200.000 solcher Brüche. Eine zielgerichtete konservative oder operative Therapie ist unabdinglich, um eine rasche Wiederaufnahme der Handfunktion erreichen zu können. 

Distale Radiusfraktur Fachklinikum Mainschleife

Konservative Therapie

Wir klären sorgfältig über Nutzen und Risiken einer nicht-operativen Therapie auf. Dabei spielen sowohl die individuellen Funktionsansprüche unserer Patientinnen und Patienten als auch die Art des Bruches eine Rolle. Bei der konservativen Behandlung wird der Bruch eingerichtet und ein Gips für meist 6 Wochen angelegt. Regelmäßige Röntgenkontrollen in unserer Handsprechstunde sind wichtig, um den regelrechten Heilungsverlauf zu kontrollieren. 

Operative Therapie

Bei verschobenen Knochenfragmenten und insbesondere bei Bruchformen mit Gelenkstufen ist bei aktiven Patient*innen eine anatomische Wiederherstellung zu empfehlen, um eine gute Funktion zu erreichen. In diesen Fällen ist fast immer eine Operation notwendig. Am häufigsten wird der Bruch durch einen etwa 4-5 cm langen Schnitt am körperfernen Unterarm auf der Beugeseite gerichtet und anschließend durch eine anatomische passgenaue Titanplatte stabilisiert. Hierfür verwenden wir Implantate der neuesten Generation. In Einzelfällen muss vor Durchführung der Operation eine Schnittbilddiagnostik des Handgelenkes durchgeführt werden. Nur durch die genaue Analyse des Bruchverlaufes ist es möglich, den korrekten Zugang zur Stabilisierung des Bruches zu wählen. Nach einer Operation kann das Handgelenk in den meisten Fällen frühzeitig aus einer schützenden Handgelenksorthese heraus bewegt werden. Die Knochenbruchheilung und damit die Freigabe der Belastbarkeit des Handgelenkes dauert aber i.d.R. 6 Wochen. 

Fachliche Zusatzinformationen

In 3 von 4 Fällen handelt es sich um eine Fraktur des handgelenksnahen Speichenknochens ohne Beteiligung der Gelenkfläche und damit auch um eher unkompliziert zu behandelnden Bruche. In 80% der Fälle kommt es beim Sturz auf die ausgestreckte Hand zu einer von außen sichtbaren typischen sog. „Bajonettfehlstellung“. Gefürchtet ist vor allem bei einer konservativen Gipsredression die Entwicklung eines „Chronischen regionalen Schmerzsyndroms“ (früher „Morbus Sudeck“). Die Diagnose wird durch eine Röntgenbildgebung gesichert. In Einzelfällen muss vor Durchführung der Operation eine Schnittbilddiagnostik des Handgelenkes durchgeführt werden. Nur durch die genaue Analyse der des Bruchverlaufes ist es möglich, den korrekten Zugang zur Stabilisierung des Bruches zu wählen.

Arthose am Drehgelenk der Hand (distales Radioulnargelenk)

Die Umwendbewegung des Handgelenkes wird durch ein Zusammenspiel des Drehgelenkes am Ellbogen und des Drehgelenkes zwischen Elle und Speiche an der Hand möglich. Häufig kommt es durch arthrotische Veränderungen (Gelenkverschleiß) zwischen dem Ellenköpfchen am Handgelenk und der gegenüberliegenden Gelenkfläche der Speiche zu schmerzhaften Einschränkungen dieser Umwendbewegung (Pronation und Supination). Dies betrifft häufig handwerklich tätige Männer und hier die dominante Seite. Gelegentlich können aber auch fehlverheilte Speichenbrüche oder auch fehlverheilte Brüche der Elle zu Problemen in dem Drehgelenk der Hand führen.

Konservative Therapie

Symptomatisch kann eine Schienenbehandlung oder auch die Behandlung mit einer Handgelenksbandage in Kombination mit einer Schmerzmitteleinnahme zu einer vorübergehenden Beschwerdelinderung beitragen.

Operative Therapie

Das weitere Vorgehen erfordert eine sorgsame handchirurgische klinische Untersuchung in der Regel in Kombination mit einer Schnittbildgebung (MRT oder CT). Falls eine reine Arthrose im Drehgelenk vorliegt, kann im besten Fall durch ein rein arthroskopisches Vorgehen eine Teilentfernung des Ellenköpfchens durchgeführt werden („Wafer“-Operation). Dies erfordert einen kurzstationären Aufenthalt mit einer Entlastung des Handgelenkes über einen Zeitraum von mindesten 6-8 Wochen. Falls ein offenes Vorgehen erforderlich ist, wird in der Regel eine sogenannte „Bowers"-Operation durchgeführt, welche jedoch eine Refixation des Bandapparates am Drehgelenk erfordert und somit auch eine längere Nachbehandlung über einen Zeitraum von etwa 12 Wochen. In seltenen Fällen liegt eine reine Inkongruenz des Drehgelenkes durch eine fehlverheilte Fraktur vor. In diesem Falle kann gegebenfalls durch den Längenausgleich der Speiche oder der Elle (Korrekturosteotomie) die Umwendbewegung wieder verbessert werden. Weiterhin steht dem Handchirurgen auch die Möglichkeit der Implantation eines künstlichen Ellenkopfes (Ulnakopfprothese) zur Verfügung. Dies ist eine seltene, aber hilfreiche Möglichkeit in speziellen Einzelfällen die Stabilität des Drehgelenkes wiederherzustellen und eine Schmerzfreiheit oder eine Schmerzlinderung im Handgelenk zu erreichen.

Arthrose am Handgelenk Fachklinikum Mainschleife

Arthrose am Handgelenk

Eine Arthrose bedeutet immer einen Verschleiß der gelenkbildenden Flächen. Im Falle des Handgelenkes ist die Gelenkfläche zwischen Speiche und den Handwurzelknochen betroffen. Die Patient*innen haben meist in der Vorgeschichte einen Unfall erlitten. Beispielsweise kann es durch einen Riss des skapholunären Bandes oder auch durch den Bruch des Kahnbeines im Laufe von Jahren zu einem karpalen Kollaps und damit zu einer Arthrose des Handgelenkes gekommen. In manchen Fällen einer rheumatoiden Arthritis haben die Patient*innen jedoch schicksalshaft durch die entzündlichen Veränderungen der Gelenkschleimhaut eine Handwurzel- oder Handgelenksarthrose erlitten.

Konservative Therapie

Über einige Zeit können die Patient*innen sich durch ruhigstellende Handgelenksschienen und die Einnahme von Schmerzmitteln hinweghelfen. Dies stellt eine symptomatische Therapie dar. Die Arthrose selbst ist weder durch die Einnahme von Tabletten noch durch das Einspritzen von Medikamenten umkehrbar.

Operative Therapie

Wenn ein Ruheschmerz hinzukommt und der Leidensdruck entsprechend hoch ist, gibt es die Möglichkeit von teilversteifenden Operationen. Je nach betroffenen Gelenkflächen können dabei nur einzelne Handwurzelknochen miteinander, einzelne Handwurzelknochen mit der Radiusgelenkfläche oder auch bei einer fortgeschrittenen Arthrose eine Vollversteifung erforderlich werden. In diesen Fällen stehen uns spezielle Implantate für die jeweilige Arthrodesetechnik zur Verfügung. Diese Eingriffe werden im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt und erfordern in der Regel eine Ruhigstellung des Handgelenkes nach der Operation mit einem Kunststoffgips über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen.

Fachliche Zusatzinformation

Die Teilversteifung von Mondbein, Dreieckbein, Kopfbein und Hakenbein wird Mediokarpalen Teilarthrodese oder auch „Fourcorner Fusion“ genannt. Im Falle einer schmerzhaften Arthrose des STT- Gelenkes (zwischen Scaphoid, Trapezium und Trapezoideum) kann hier eine gezielte Arthrodese durchgeführt werden. Im Falle einer sekundären Arthrose nach distaler Radiusfraktur bei nicht mehr zu korrigieren der Gelenkfläche, kann die Durchführung einer sogenannten RSL Fusion (Radio-Scaphoid-Lunatum) diskutiert werden.

Arthrose des Daumensattelgelenkes (Rhizarthrose) 

Wenn Sie andauernd Schmerzen im Daumen- und Handgelenk haben, leiden Sie womöglich an einem Gelenkverschleiß im Daumensattelgelenk. Dieses wird vor allem bei Greif- und Drehbewegungen, wie z.B. beim Öffnen eines Marmeladenglases beansprucht. Durch andauernde Belastung reibt sich der Knorpel an einigen Stellen des Gelenkes ab. Unter Belastung kommt es zu einschießenden und stechenden Schmerzen in Höhe der Basis des Daumens. Diese Beschwerden bestehen bei längerem Verlauf dann auch in Ruhe. Die Rhizarthrose kommt familiär gehäuft und bei Frauen öfters vor als bei Männern. Symptombeginn ist überwiegend im mittleren bis höheren Lebensalter. 

Konservative Therapie

Anfangs steht zur Behandlung das zeitweilige Tragen einer speziellen Daumenschiene im Vordergrund. Dieses soll das Gelenk entlasten. Unterstützend wird bei akuten Schmerzen oft ein klassisches Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Voltaren verabreicht. Hinzu kommen Wärme- oder Kälteanwendungen (physikalische Therapie), das Durchführen von Ergotherapie oder auch das Betäuben des Gelenkes mit lokalem Anästhetikum und Cortison unter Röntgenkontrolle. Diese Spritzen sollten wegen einer möglichen Infektgefahr nicht in kurzen Abständen durchgeführt werden. Das Voranschreiten der Erkrankung kann durch äußere Maßnahmen nicht verhindert werden. Je nach Belastung des Gelenkes kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. 

Resektions-Interpositionsarthroplastik

Bei einem fortgeschrittenen Verschleiß des Gelenkes mit „Dauerschmerz“ wird die seit bereits mehreren Jahrzehnten angewandte Technik der sog. Resektions-Interpositionsarthroplastik durchgeführt. Diese Operation wird ambulant oder kurzstationär (bei zusätzlicher Grunderkrankung) in Armbetäubung oder Allgemeinnarkose durchgeführt. Über einen ca. 4 cm langen Hautschnitt wird der betroffene Handwurzelknochen (das „große Vieleckbein“, Os trapezium) sorgfältig entfernt. Anstelle dessen wird der Anteil einer Daumensehne eingeflochten, welche an der Daumenbasis ansetzt (APL- Sehne, Abductor pollicis longus). Diese ist meist zweifach angelegt, so dass eine Verlagerung keinen funktionellen Nachteil für die Hand der Patient*in bedeutet. Der Eingriff dauert etwa 60 Minuten. Anschließend wird der Daumen für 6 Wochen in einer maßgefertigten Kunststoffschiene ruhiggestellt, danach erfolgt Krankengymnastik. Etwa 10 bis 12 Wochen nach dem Eingriff kann die Hand meist wieder in gewohntem Umfang belastet werden. 

Daumensattelgelenksprothese (Kunstgelenk)

In sorgsam ausgewählten Fällen kann auch der Einbau eines künstlichen zementfreien Daumensattelgelenkes (Prothese) empfohlen werden. Mit etwa gleich großem operativem Aufwand wie bei der Resektionsarthoplastik wird dabei über einen ca. 4 cm langen Hautschnitt an der Basis des Daumens das große Vieleckbein mit einer kleinen Schraubpfanne versehen. Als Gelenkpartner wird in den Schaft des ersten Mittelhandknochens eine Schaftkomponente mit Kopf ähnlich einer „Minihüftprothese“ eingebaut. Vorteil ist der Erhalt eines funktionsfähigen Gelenkes und die regelhaft schnellere Wiedererlangung der Handfunktion nach meist 6 bis 8 Wochen.

Versteifung (Arthrodese)

Als alternative Operation kommt in seltenen Einzelfällen die Versteifung (Arthrodese) des Daumensattelgelenkes in Frage. Diese wird unter Erhalt des Großen Vieleckbeines mit Schrauben und ggf. einer schmalen Titanplatte durchgeführt. Diskutiert wird hier eine bessere Kraftentfaltung des Daumens. Allerdings besteht das Risiko, dass die Versteifung nicht verheilt.

Fachliche Zusatzinformationen

Das Daumensattelgelenk ist ein relativ kleines Gelenk mit zahlreichen Muskelansätzen, aber auch eines der am stärksten belasteten Gelenke des Körpers. Von der Anatomie her ist es ein Sattelgelenk, von der Funktion her jedoch eher ein Kugelgelenk. Es ermöglicht die für den Menschen überaus wichtige Greif- und Haltefunktion des Daumens bzw. der Hand. Die Rhizarthrose ist neben den Fingerarthosen die am häufigsten vorkommende Arthroseform an der Hand. Das Wort "Rhizarthrose" kommt aus dem Griechischen: „rihza“ und kann mit Wurzel übersetzt werden, „arthron“ ist das Gelenk. Es wird vermutet, dass sowohl hormonelle als auch genetische Faktoren an der Entstehung beteiligt sind. 

Die Diagnose wird durch eine sorgfältige klinische und ggf. radiologische Untersuchung im Rahmen einer ambulanten Vorstellung in unserer Handsprechstunde gesichert. Charakteristisch ist dabei eine Schmerzprovokation beim Manipulieren am Daumensattelgelenk, welches in fortgeschrittenen Stadien mit einem Reibegeräusch einhergeht. Hinzu kommt die charakteristische Fehlstellung des Daumenstrahles zur Seite. Ein Röntgenbild sichert den Befund und kann ihm eines von vier Stadien zuordnen. 

Arthrosen der Fingergelenke

Eine Arthrose ist ein Verschleiß der Gelenkflächen, welche mit zunehmendem Alter jeden Patienten trifft. An der Hand gibt es eine vererbte Häufigkeit von Arthrosen der Fingermittel- und der Fingerendgelenke, welche zu kolbigen Auftreibungen dieser Gelenke und auch zu Fehlstellung der Finger führen.

Arthrose der Fingergelenke Fachklinikum Mainschleife

Konservative Therapie

Es gibt bis dato keine Tablette, welche das Voranschreiten einer Arthrose an Gelenken verhindern kann. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, das Ausüben von Sport und eine Kontrolle des Körpergewichtes sind natürliche Gegner eines Gelenkverschleißes. Bei akuten Schmerzen kann eine Ruhigstellung des Gelenkes und die Einnahme eines nichtsteroidalen Antirheumatikums zu einer Beschwerdebesserung führen. In einigen Fällen muss jedoch vor Einleiten einer konservativen Therapie eine entzündliche Gelenkerkrankung beispielsweise aus dem rheumatischen Formenkreis ausgeschlossen werden.

Operative Therapie

Sowohl an den Fingermittel- als auch in den Fingerendgelenken können versteifte Operationen mit dem Patienten diskutiert werden. Am Fingermittelgelenk kann eine Versteifung jedoch zu einer doch störenden Bewegungseinschränkung führen, sodass hier mit dem Patienten auch der Einbau einer Gelenksprothese diskutiert wird. Einerseits gibt es hier Silikonplatzhalter (Swansonprothesen), welche sowohl für die Fingergrund- als auch für die Fingermittelgelenke geeignet sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Miniprothesen aus Titan analog des Kniegelenkersatzes, welche neben der Schmerzfreiheit zu einer zufriedenstellenden Beweglichkeit der Finger führen können. In manchen Fällen kann auch durch eine gezielte Durchtrennung von Schmerznerven eine zufriedenstellende Beschwerdebesserung erreicht werden (Denervierung).

Diskusläsion (TFCC-Läsion)

Eine häufige Ursache für Handgelenksschmerzen sind Verletzungen oder Erkrankungen des sog. Diskus triangularis (Diskus ulnokarpalis), welcher mit dem puffernden Meniskus am Kniegelenk verglichen werden kann. Dieser ist Teil des sog. TFCC (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex) welcher sich am ellenseitigen Handgelenk befindet. Das Drehgelenk des Unterarms wird zum Greifen von Gegenständen benötigt und ist im Alltag und beim Sport ständiger Belastung ausgesetzt. Bei Stürzen oder Verdrehtraumata kann es zu Einrissen dieser Faserknorpelschicht kommen. Diese können auch als Begleitverletzungen von Handgelenksbrüchen auftreten. Auch eine allmähliche Abnutzung kann Schmerzen in diesem Bereich verursachen.

Arthroskopie (Spiegelung) des Handgelenkes

In eine ambulantem Eingriff in Vollnarkose kann mit einer speziellen hochauflösenden Optik (4 mm Dicke) auch am Handgelenk eine Spiegelung (Arthroskopie) durchführen werden, um den Schaden besser zu erfassen und zu sanieren. Über wenige Millimeter große Schnitte kann das Handgelenk und auch das Mediocarpalgelenk (Gelenkraum zwischen den beiden Handwurzelreihen) inspiziert werden. Wie am Knie- und Schultergelenk ist es so möglich, Gelenkpathologien besser sichtbar zu machen und auch operativ zu behandeln. Der Arm des Patienten muss in einer besonderen Hängevorrichtung gelagert werden. Meist genügt es das eingerissene und entzündete Gewebe zu entfernen. Dazu stehen uns weitere, millimeterdicke Spezialinstrumente zur Verfügung. Nach dem Eingriff erfolgt eine Ruhigstellung des Handgelenkes über meist wenige Tage mit anschließender „Aufbelastung“.

Ulnaverkürzungsosteotomie

Wurde bei der Arthroskopie und der vorhergehenden Röntgendiagnostik eine angeborene oder erworbenen „Überlänge“ der Elle festgestellt und halten die Schmerzen weiter an, kann der Ellenbogenknochen im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes verkürzt werden (Ulnaverkürzungsosteotomie). Wir verwenden hierfür eine spezielle, dafür entwickelte winkelstabile Verkürzungsplatte. Diese lässt eine millimetergenaue Einstellung des ellenseitigen Handgelenksspaltes zu. 6 Wochen nach einem solchen Eingriff kann das Handgelenk wieder belastet werden. Durch die Entlastung des ellenseitigen Gelenkraumes verbessern sich die Handgelenksschmerzen in der Regel dauerhaft. Die Platte kann bei Bedarf nach einem Jahr entfernt werden. 

Fachliche Zusatzinformationen

Handgelenksschmerzen treten häufig an der Ellenseite (Kleinfingerseite) des Handgelenkes auf. Die Umwendbewegung, welche für das Greifen von Gegenständen wichtig sind, findet im Drehgelenk des Unterarmes, das sogenannte distale Radioulnargelenk (DRUG) statt. Dieses Drehgelenk wird von der Elle und der Speiche gebildet. Dabei ist die Elle der „ruhende Anteil“, d.h. die Speiche dreht sich bei der Unterarmdrehung um die Elle. Dieses Drehgelenk wird dabei im Alltag permanenter Belastung ausgesetzt.  

Der Diskus triangularis (Syn. Diskus ulnokarpalis) ist ein Teil des sog. TFCC (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex) und spannt sich als dreieckige Knorpel-Band-Struktur wie eine Hängematte über dem Ellenköpfchen aus. Sie hat einen tiefen und einen oberflächlichen Ansatz. Das sog. „Diskuhomolog“ deckt den Ellenkopf wie ein pufferndes Kissen gegen das Mondbein und das Dreiecksbein ab.  

Bei einigen Menschen ist die Elle länger als die Speiche (sog. „Ulna-Plus-Variante“), wodurch es durch den Vorschub der Elle zu vermehrtem Druck auf den Diskus kommt, was diesen auf Dauer schädigen kann. Dieser Prozess entwickelt sich dann meist schleichend im Rahmen des Arbeitslebens oder akut durch eine Überlastung. Betroffene sind beide Geschlechter gleichermaßen. Ein Ellenvorschub aber auch durch Verletzungen erworben sein, z.B. durch eine in Verkürzung fehlverheilte, ehemals eingestauchte Radiusfraktur. 

Karpaltunnelsyndrom Fachklinikum Mainschleife

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste periphere Nervenkompressionsyndrom des Menschen. Es betrifft vor allem ältere Menschen. Frauen sind drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer. Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Karpaltunnel, also die knöcherne Rinne in der Hohlhand, welche durch die Handwurzelknochen und einem straffen Dach aus Bindegewebe gebildet wird, zu eng für die Strukturen, die er beinhaltet. Dadurch wird Druck aufgebaut, der den Mittelhandnerven (Nervus medianus) im Handbereich schädigt. Die Patient*innen leiden an nächtlichen Gefühlsstörungen an Daumen, Zeige- und Mittelfinger und beklagen einen Kraftverlust.

Konservative Therapie

Bei nur „leicht“ ausgeprägtem Karpaltunnelsyndrom wird meist zunächst eine Handgelenksschiene sowie ein entzündungshemmendes Medikament verordnet. Wenn dies nicht ausreichend wirkt und die Taubheitsgefühle länger anhalten, kommt eine Operation in Frage.

Operative Therapie

Die Operation findet nahezu ausschließlich in örtlicher Betäubung der Hand (wie beim Zahnarzt) im Rahmen einer ambulanten Vorstellung von max. 45 min Dauer statt. Hierbei wird die Bandstruktur, welche den Karpaltunnel nach oben hin begrenzt, gespalten. Dadurch erhalten die im Karpalkanal enthaltenen Sehnen sowie der Nerv mehr Platz und der Druck sinkt. Die operative Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms erfolgt in unserem Haus in offener Technik über einen ca. 2,5 cm langen Schnitt. Viele Beschwerden wie Schmerzen und Taubheitsgefühl bessern sich dadurch rasch. Bei einer ausgeprägten Nervenschädigung kann es jedoch etwa ein halbes Jahr dauern, bis die Symptome weitgehend verschwunden sind. 

Fachliche Zusatzinformationen

Der Karpalkanal ist ein anatomischer Raum unmittelbar am Handgelenk anschließend, welcher von den Handwurzelknochen und einem straffen bindegewebigen Dach geformt wird. Hierin verläuft der Nervus medianus zusammen mit 9 Beugesehnen. Ist der Karpalkanal zu eng im Verhältnis zum Raum, den die darin enthaltenen Strukturen benötigen, spricht man vom Karpaltunnelsyndrom. Innerhalb des Tunnels steigt der Druck auf Nerven und Gefäße, die ihn mit Blut versorgen, an. Sie werden zusammengedrückt und können dem Nerv nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe liefern, wodurch er in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Ursachen für ein Karpaltunnelsyndrom können zum Beispiel sein: 

  • Anlagebedingter anatomischer Engpass (selten) 
  • Schwellungen der Sehnenscheiden durch Überlastungen bei rheumatischen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder in der Schwangerschaft (häufig) 
  • Brüche der Speiche oder des Handwurzelknochens, die bei ihrer Verheilung zu einer Veränderung der knöchernen Strukturen führen (gelegentlich) 
  • Arthrose des Handgelenks mit knöchernen Veränderungen (selten) 
  • Starke berufliche Belastungen des Handgelenks mit anhaltend wiederkehrendem Abknicken der Hand, beispielsweise bei Montagearbeiten, können das Auftreten eines Karpaltunnelsyndroms fördern. Hier kann auch eine Berufserkrankung diskutiert werden.

Um die Diagnose zu stellen, werden verschiedene Tests zur Überprüfung der Beweglichkeit von Hand und Fingern und möglicher Empfindungsstörungen durchgeführt. Sehr hilfreich ist zudem eine elektrophysiologische Untersuchung, bei der die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen wird. Diese Untersuchung wird von einem neurologischen Kollegen idealerweise bereits im Vorfeld (vor dem ersten Kontakt) durchgeführt. Sie kann einen Hinweis geben, wie stark der Nerv bereits geschädigt ist. Dies ist für die spätere Prognose wichtig. 

Morbus Dupuytren (Dupuytrensche Kontraktur)

Gebeugte Finger, die sich nicht mehr strecken lassen, haben meist eine gemeinsame Ursache – „Morbus Dupuytren“. Fast zwei Millionen Deutsche leiden daran, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die auslösende Ursache ist noch unklar, eine genetische Veranlagung gilt aber als sicher. Bindegewebsstränge bilden sich oberhalb der Beugesehnen der Hohlhand aus und wachsen zum Finger vor. In der Handinnenfläche oder über den Fingermittelgelenken bilden sich Knoten. Die Hand kann nicht mehr flach auf dem Tisch ausgestreckt werden. Meist sind Ring- und Kleinfinger der Hände betroffen. Die Patienten beklagen eine zunehmende Unfähigkeit einen Handschuh anzuziehen oder bleiben mit den Fingern an Gegenständen hängen. Schmerz steht weniger im Vordergrund.

Konservative Therapie

Die meisten Patient*innen benötigen keine Behandlung, da sie mit der eingeschränkten Fingerbeweglichkeit gut im Alltag zurechtkommen. Zudem schreitet die Erkrankung meist nur langsam voran. Eine Schienenbehandlung kann das Voranschreiten der Erkrankung nicht stoppen. Eine Handtherapie kann ebenfalls nur zeitweilig Linderung verschaffen, am Verlauf der Erkrankung aber nichts ändern. Es gibt keine Medikamente und auch keine speziellen Ernährungsgewohnheiten, mit denen das Ausbilden der Stränge verhindert wird. Bekannt ist allerdings, dass sich übermäßiger Alkoholkonsum negativ auf das Krankheitsbild auswirkt. 

Partielle Aponeurektomie

Bei zu stark gekrümmten Fingern kann selbst im Falle eines operativen Eingriffes kein perfektes Ergebnis garantiert werden. Betroffene sollten daher frühzeitig mit einem Handexperten Kontakt aufnehmen. Kann die Hand nicht mehr flach auf einen Tisch gelegt werden, kann eine Operation an der Handinnenfläche helfen. Diese invasive Behandlung hat das niedrigste Rückfallrisiko. Das veränderte Hohlhandgewebe wird dabei im Rahmen eines meist ambulanten Aufenthaltes vollständig entfernt. Dieser Eingriff kann in unserem Haus in Regionalanästhesie oder auch in Vollnarkose erfolgen. Nach erfolgtem Eingriff arbeiten wir mit spezialisierten Schienenbauern aus der Orthopädie zusammen, welche eine Lagerungsschiene nach Maß anfertigen. Diese muss über einen Zeitraum von 6 Wochen dauerhaft getragen werden. Zudem ist eine spezielle Handtherapie erforderlich. 

Alternative Behandlungsmethoden

Eine alternative Behandlungsmethode ist die Nadelfasziotomie. In ausgewählten Fällen kann unter örtlicher Betäubung der Strang in der Hohlhand mit einer Nadel durchstochen und schlussendlich zum Reißen gebracht werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Einspritzen eines Enzyms (Kollagenase) in den Strang. Dieser schwächt das Gewebe von innen her und bringt es zum Reißen. Beide Behandlungsmethoden bergen allerdings eine höhere Wiedererkrankungsgefahr in sich und werden bei uns deshalb nicht angeboten. 

Fachliche Zusatzinformationen

Die Erkrankung wurde im Jahr 1831 von Baron G. Dupuytren (1777-1835) erstmals beschrieben. 

Knochen- und Weichteiltumoren der Hand

Raumforderungen im Bereich der Weichteile oder auch des Knochens an der Hand sind in meist gutartiger Natur, verunsichern die Patient*innen aber bis zur Diagnosestellung. 

Knochen- und Weichteiltumore an der Hand Fachklinikum Mainschleife

Ganglion

Häufige Weichteiltumoren an der Hand sind Ganglien. Dies sind mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackungen der Gelenkkapsel, welche sich typischerweise unterhalb des Daumens auf der Beugeseite oder streckseitig über dem Handgelenk bilden. Häufig betroffen sind junge Frauen aufgrund des laxen Bindegewebes. Schmerzhaft werden vor allem die streckseitigen Handgelenksganglien aufgrund des Druckes auf die Gelenkkapsel. Neben dem störenden ästhetischen Aspekt führt dies meist im fortgeschrittenen Stadium zu einem Operationswunsch.

Hygrome

Weiterhin gibt es an der Hand typische Weichteiltumoren im Bereich der Sehnenscheiden (Hygrome), welche die Greiffunktion stören können. 

Echondrom

Ein typischer Knochentumor in den Phalangen oder auch in den Metakarpalknochen ist das Enchondrom. Falls keine Frakturgefährdung des Knochens vorliegt, kann der Befund in regelmäßigen Abständen radiologisch kontrolliert werden. Eine Entartung ist nur im Falle einer disseminierten Endchondromatose (M. Ollier) zu diskutieren. Knöcherne Tumoren werden häufig als Zufallsbefund im Rahmen einer Röntgenuntersuchung entdeckt. Diese sind in der Regel gutartigen Raumforderungen im Knochen, führen jedoch bei entsprechend fortgeschrittenem Wachstum zu einer Schwächung des Knochens und damit zu einer Bruchgefahr, sodass auch hier über eine operative Entfernung nachgedacht werden kann. Diese Tumoroperationen werden unter Lupenbrillenvergrößerung durchgeführt. Es handelt sich in der Regel um ambulant durchzuführende Eingriffe. Das entnommene Gewebematerial wird für eine histopathologische Untersuchung eingesandt. Falls dann weitergehende Maßnahmen erforderlich sind, nimmt der Arzt unmittelbar Kontakt mit dem Patienten auf.

Osteoklastom

Ein eher seltener Tumor der Metacarpaleknochen ist das Osteoklastom. Dieses Riesenzellgeschwulst neigt bei nicht vollständiger Entfernung zu einem raschen Rezidiv.

Mukoidzysten

Die mukoiden Zysten im Bereich der Endglieder der Finger stellen eine Art „Bakerzyste“ des Fingers bei einer Arthrose des Endgelenkes dar. Falls noch keine fortgeschrittene Arthrose vorliegt genügt eine alleinige Zystenentfernung, bei Vorliegen einer Arthrose ist jedoch eine Versteifung des Endgelenkes zwingend zu fordern.

Sehnenscheidenengen (Sehnenscheidenentzündung)

Sehnenscheidenentzündungen entstehen vorwiegend am Handgelenk und haben hier aufgrund ihrer Häufigkeit auch spezielle Eigennamen erhalten. Die Beuge- und Strecksehnen des Handgelenkes und der Finger sowie des Daumens sind bei einer Sehnenscheidenentzündung typischerweise an speziellen Engstellen am Handgelenk oder im Bereich der Hohlhand irritiert. Dies führt bei repetitiver Belastung der Sehne zu einer sehr schmerzhaften Entzündung mit einer Funktionseinschränkung bis Funktionsunfähigkeit.

Konservative Therapie

Die auslösende Tätigkeit sollte vermieden werden. Am Arbeitsplatz sind häufig Änderungen der Arbeitshöhe, der Griffposition der Hand oder auch Unterpolsterung des Armes und der Hand sinnvoll. Wenn die Schmerzen trotz Schmerzmedikation und einer Schienen- oder Orthesenruhigstellung sich nicht bessern, könnte eine operative Maßnahme erforderlich werden.

Operative Therapie

Durch eine Operation sollen bei den Sehnenscheidenengen die Engstellen gelöst wird. Im Bereich der Hohlhand kann dies bei einem Schnappfinger im Rahmen eines Eingriffes in lokaler Betäubung ambulant durch eine Ringbandspaltung erfolgen. Eine Arbeitsunfähigkeit danach von etwa 2-3 Wochen ist erforderlich. Im Falle einer Sehnenscheidenenge am Handgelenk muss zusätzlich eine Schienenruhigstellung über einen Zeitraum von 7-10 Tagen erfolgen.

Fachliche Zusatzinformationen

Die Sehnenscheidenenge der Abductor pollicis longus Sehne und Extensor pollicis brevis Sehne im ersten Strecksehnenfach des Daumens wird Tendovaginitis stenosans de Quervain genannt. Die Sehnenscheidenenge proximal des A1-Ringbandes im Bereich der Beugesehnen der Finger oder der Beugesehne des Daumens wird im Volksmund „Schnappfinger“ oder „Schnappdaumen“ genannt. Bei dieser Symptomatik ist die Beugesehne verdickt und kann nicht mehr unter dem Ringband hindurchgleiten, welches die Sehne am Knochen hält. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich hier eine Beuge- oder Streckunfähigkeit des betroffenen Fingers einstellen.

Skidaumen Fachklinikum Mainschleife

Skidaumen

Typischerweise entsteht diese Verletzung beim Einfädeln des Daumens in der Schlaufe des Skistockes mit einem ruckartigen Verreißen zur Seite, bei anderen Sportarten aber auch nur durch den Sturz auf den Daumen. Es handelt sich um eine Zerreißung des ellenseitigen Seitenbandes des Daumengrundgelenkes. Die Diagnose wird in einer körperlichen Untersuchung und ggf. in speziellen Röntgenaufnahmen des Daumens gesichert. Bei Unklarheit wird ein zusätzliches MRT (Kernspintomographie) durchgeführt. Unbehandelt führt die anhaltende Instabilität des Daumens mit der Unfähigkeit, beispielsweise einen Gegenstand fest in der Hand zu halten, zu einem raschen Verschleiß des Gelenkes (Arthrose).

Konservative Therapie

Sofern es sich "nur" um einen Teilriss des Bandes handelt, kann eine nicht-operative Behandlung mit einer speziellen Daumenschiene über einen Zeitraum von 6 Wochen erfolgen.

Operative Therapie

Meist ist jedoch das Band vollständig direkt vom Grundglied abgerissen und muss dort wieder unter Lupenbrillenvergrößerung mit speziellen Knochenankern refixiert werden. Dies kann in einem ambulanten Eingriff erfolgen. Wichtig ist eine frühzeitige Operation, um einer Verkürzung des Bandes zuvorzukommen. Nicht selten muss bei zu spät erfolgter Operation eine Bandplastik (Bandersatz durch körpereigenes Sehnengewebe von der gleichen Hand) durchgeführt werden. Nach der Operation ist eine konsequente Ruhigstellung für die Dauer von 6 Wochen notwendig.

Fachliche Zusatzinformationen

Als diagnostische Schwierigkeit des Skidaumens gilt eine sogenannte "Stener-Läsion". Dabei wird das körperferne Ende des gerissenen Bandes in der bindegewebigen Sehnenplatte der Adduktorenmuskulatur des Daumens eingeklemmt, welche den Daumen heranzieht. Das Band schlägt um, sodass eine Heilung ohne Operation unmöglich ist.

Versorgung von akuten und veralteten SL-Bandverletzungen

Das scapholunäre Band (SL-Band) ist das zentrale Halteband der ersten Handwurzelreihe, welches ein Verkippen des Mondbeines (Os lunatum) und des Kahnbeines (Os scaphoideum) verhindern soll. Ein Riss dieses Bandes kann akut durch eine Sturz auf des ausgestreckte Handgelenk mit gleichzeitiger Verdrehung des Körpers erfolgen. Häufig kommt es jedoch im Laufe des Arbeitslebens bei körperlicher Betätigung zu chronischen „Verschleißerscheinungen“ des Bandes. Unentdeckt führt die Verletzung innerhalb von Jahren zu einer charakteristischen Arthrose des Handgelenkes. Deshalb ist es wichtig bereits frühzeitig nach einem Unfall eine mögliche Verletzung dieses Bandes auszuschließen.

Therapie

Neben einer genauen klinischen Untersuchung mit speziellen Röntgenaufnahmen ist ggf. auch ein Kernspintomogramm (MRT) und darüberhinaus oft auch eine Handgelenksspiegelung (Arthroskopie) nötig. Frische Bandrisse werden möglichst umgehend genäht und das Handgelenk anschließend ausreichend lange (8-10 Wochen) ruhiggestellt. Nicht selten ist das Band aber bereits vorgeschädigt, sodass bei der Operation immer auch auf eine Rekonstruktion des Bandes infrage kommt. Insofern noch keine Arthose sichtbar ist, kann eine Rekonstruktion des SL-Bandes mit einer Ersatzsehne vom gleichen Handgelenk erfolgen. 

Teilversteifungen an der Hand (Sekundäre Rettungseingriffe bei chronischen Handwurzelproblemen)

Bei einigen Patient*innen, welche sich in der Handsprechstunde vorstellen, kam es über mehrere Monate bis Jahre zu langsam zunehmenden Hand- oder Fingerbeschwerden. Möglicherweise ist ein Unfallereignis oder eine stattgehabte Operation als Auslöser zu nennen, häufig ist eine Verletzung aber auch nicht mehr erinnerlich. In der radiologischen Bildgebung kann sich dann eine Arthrose der Handwurzel oder des Handgelenkes zeigen, also ein Knorpelabrieb und sekundärer Verschleiß der Gelenkpartner. Dies ist in der Regel nicht mehr umkehrbar.

Teilversteifungen an der Hand Fachklinikum Mainschleife

Therapie

Wenn dann eine Ruhigstellung und eine entsprechende Schmerzmedikation nicht helfen kann, besteht die Möglichkeiten des Gelenksersatzes (Endoprothese) oder der Durchführung einer Versteifung. Im Falle des Handgelenkes und der Handwurzel wird aufgrund der hohen Belastungen, welche auf eine Prothese herrschen, häufig die Durchführung einer Versteifung von gewissen Gelenksbereichen als bessere Option diskutiert. Ein veralteter Kahnbeinbruch oder eine veraltete Verletzung des skapholunären Bandes führt über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu einer typischen arthrotischen Veränderung der Handwurzel. Im Rahmen eines stationär durchzuführenden Eingriffes wird dabei das Kahnbein entfernt und vier Handwurzelknochen werden miteinander verbunden. Der so entstehende Handwurzelblock ist nach einem Zeitraum von 8-10 Wochen für den Patienten wieder gut belastbar bei in der Regel sehr zufriedenstellender Beweglichkeit. Dies stellt eine Teilversteifung der Handwurzel dar. Je nach verschlissenem Gelenkbereich sind verschiedene Versteifungsmöglichkeiten der sieben Handwurzelknochen mit oder ohne Einschluss der Speichenfläche möglich. Sollten Teilversteifung nicht mehr möglich sein, weil die eigentliche Handgelenksfläche zu sehr verändert ist, wird auch das Durchführen einer vollständigen Handgelenksversteifung diskutiert. Hier stehen in den letzten Jahren spezielle kurze Versteifungsplatten zur Verfügung, welche dann auch in der Regel nicht mehr operativ entfernt werden müssen. Eine Umwendbewegung sollte in jedem Falle weiter möglich sein.  

Fachliche Zusatzinformationen

Die Teilversteifung von Mondbein, Dreieckbein, Kopfbein und Hakenbein wird Mediokarpalen Teilarthrodese oder auch „Fourcorner Fusion“ genannt. Im Falle einer schmerzhaften Arthrose des STT- Gelenkes (zwischen Scaphoid, Trapezium und Trapezoideum) kann hier eine gezielte Arthrodese durchgeführt werden. Im Falle einer sekundären Arthrose nach distaler Radiusfraktur bei nicht mehr zu korrigierender Gelenkfläche kann die Durchführung einer sogenannten RSL Fusion (Radio-Scaphoid-Lunatum) diskutiert werden.